stAlucards eyes
Die, motherfucker.

Nach langer Zeit wieder einmal ein Eintrag. Ach nein, was freuen wir uns alle...

Ich weiß nicht genau wie ich anfangen soll, weil meine Gedanken gerade ein bisschen Karussell in meinem Kopf fahren (und dabei Jauchzen wie kleine Kinder in Disneyland, wenn sie Mickey Mouse entdecken; nur so nebenbei: ich mochte Mickey noch nie).

Ich habe wieder einmal eine meiner gefährlichen „ich-werde-normal“-Phasen. In all den vergangenen Jahren hatte ich diese vielleicht... drei oder vier Mal und sie sind jedes Mal aufs Neue beängstigend, wobei ich anmerken muss, dass mein letzter solcher Anfall schon ein gutes Weilchen her ist.

Was genau das in meinem Fall heißt?

Ich entwickel plötzlich wieder verstärkt Gefühlsregungen (an dieser Stelle sollte gesagt werden, dass ich die letzten paar Jahre damit verbracht habe, mich emotional so stark wie möglich abzuschotten und das auch mit Erfolg), verhalte mich meinen Mitmenschen gegenüber weitesgehend normal und – die große Katastrophe für jemanden, der so überzeugt vom Bösen in allen Männern ist wie ich – will einen Freund.

Ja, ich gestehe – ich jemand wie ich, der bereits vor Jahren lernen musste, dass Männer und Frauen einfach nicht die gleiche Sprache sprechen und es auch NIE werden, hat so seine geistigen Aussetzer, Männerhass hin oder her.

Anders ausgedrückt – ich fühle mich gerade auf fast unheimliche Art und Weise persönlichkeitsgespalten. Ich teile mir meinen Kopf zwar bereits mit einigen Stimmen, aber das hier ist eine ganz andere Art von „gespalten sein“.

Ich ertappe mich immer öfter dabei wie ich mir mögliche Männerfangszenarien ausmale, die gar nicht einmal so unwahrscheinlich sind, mich anschließend selbst dafür bestrafe, nur um keine fünf Minuten später wieder das Gleiche zu denken.

Und das ist das Schlimmste daran. Nicht, dass ich weniger durchgeknallt bin als sonst oder ein bisschen merh Gefühle offenbare, sondern einzig und allein meine Männergier. Anders kann man es nicht nennen. Obwohl ich hier anmerken möchte, dass ich auch einer Frau ganz und gar nicht abgeneigt wäre. Aber spontan kommen Männer in meinen Gedanken vor.

Und – eine andere Katastrophe für mich, wo ich doch überzeugt davon bin, dass Sex mit einem Mann das mitunter Abartigste ist, das eine Frau tun kann – ich bin, auf gut Deutsch gesagt, ziemlich notgeil. So. Ich habe es gesagt und jetzt weiß es die halbe Welt. Herzlichen Glückwunsch.

Natürlich bin ich chronisch untervögelt, aber freiwillig. Und sonst, in der Zeit, in der ich einfach ich bin, äußerst sich das auch nicht. Nur in diesen Phasen. Die mich irre machen, wo ich das doch ohnehin schon bin.

Ich würde mich am liebsten von der nächstbesten Brücke werfen, Hauptsache hoch genug. Erschieß mich bitte jemand...

Bis jetzt hat es immer gereicht, wenn ich mir in meinen „schwachen Momenten“ immer ins Gedächtnis gerufen habe, was für Erfahrungen mein Umfeld mit Männern gemacht. Und ich verwette meinen viel zu fetten Arsch darauf, dass meine Einstellung auch daher rührt, dass mich besagtes Umfeld ganz gewaltig verstört hat.

Ich mag meinen (Stief)Vater. Aber er tut mir manchmal echt Leid, weil meine Mutter ihn nicht aus Liebe, sondern Mitleid geheiratet hat. Ich weiß nicht... vielleicht liebt sie ihn inzwischen, aber ihr Verhalten lässt nicht unbedingt darauf schließen.

Also hätten wir hier 1) eine Frau, die mir seit ich intelligent genug bin, um es zu verstehen, einbläut, eine Frau sollte unabhängig sein und sich vor allem von Männern nichts sagen lassen, ist seit Jahren in einer Ehe gefangen, in der sie nicht glücklich ist. Was sagt mir das? Dass ihr Ansehen in meinen Augen schon lange an einem tiefen Punkt angelangt ist. Ich bewundere sie für diese Meinung, weil es immer noch viele Frauen gibt, die schlichtweg zu dumm oder/und blind sind, um zu erkennen, dass es besser wäre ihren Partner zu verlassen, als sich aus Angst vor Einsamkeit an ihn zu klammern (weil er ein kolossaler Arsch ist) aber gleichzeitig finde ich es... irgendwie erbärmlich, wenn man diese Meinung nicht auch aktiv vertritt. Ich würde das „schwacher Wille“ nennen.

Dann wäre da noch meine ehemals beste Freundin. Ich weiß mittlerweile nicht mehr, was in ihr vorgeht, aber sie erweckte bei mir den Eindruck, dass für sie eine Beziehung hauptsächlich aus Sex besteht. Ist der nicht gut, sollte man den Kerl in den Wind schießen. Ende. Und soweit ich das mitbekommen habe, irgendwie, scheint sie mit einem Kerl zusammen zu leben, den sie nicht liebt.... hä?

Aber das kann natürlich alles auch falsche Beurteilung meinerseits sein, da will ich mich gar nicht genauer festlegen. Soll sie machen, was sie will.

Womit wir dann letztendlich beim dritten Punkt angelangt wären, oder Beispiel, oder wie auch immer man es nennen will – meiner besten Freundin.

(Falls du das hier lesen solltest – was du sicherlich irgendwann tun wirst – will ich dir nur sagen, dass es viel leichter ist, sich auf diese Art und Weise auszukotzen. Und dass es sein muss, weil ich irgendwann sonst noch platze... und wer kratzt mich dann von der Wand...? u_û )


Ich habe sie mal bewundert, aber das war einmal. Wie jedes Märchen erwies sich auch dieses Bild einer perfekten Frau als ein solches – eine Traumvorstellung, Utopie. Ich gebe offen und ehrlich zu, dass ich ungesund eifersüchtig auf alle Kerle war, mit denen sie bis jetzt etwas hatte, aber hauptsächlich, weil ich mir Sorgen machte. Die sich übrigens jedes Mal als angebracht erwiesen...

Irgendwie geriet sie ständig an die falschen Kerle – irgendwelche Jammerlappen, die von Glück reden konnten, dass sie jemanden wie sie überhaupt abbekommen hatten und die sie, ihren großen Glück zum Trotz, nie richtig zu würdigen wussten.

Oder an Idioten, die sich selbst so geil fanden, dass sie sich selbst leidenschaftlich gern gefickt hätten, wenn das anatomisch nicht so kompliziert wäre. Nach dem Motto „Hach, ich bin so geil, ich schmiere dir jetzt in gekonnter Casanova-Manier Honig ums Maul und wenn du dann endlich vor mir auf die Knie gefallen bist, nehme ich dich von hinten“.

Einen solchen Kerl hätte ich bereits mit einem gekonnten Tritt in die selbstgefällig grinsende Fresse ins Jenseits befördert, aber meine beste Freundin meinte, sie wären doch dumm, wenn sie sich so anstrengten, um sie zu bekommen. Ich gebe auch zu, dass es gut fürs Ego sein kann, aber von SOLCHEN Typen angebaggert zu werden, finde ich nicht Ego aufpolierend, sondern schlichtweg zum Kotzen. Das würde meins nichts aufpolieren, sondern in den Keller scheuchen. Ganz tief in den Keller, wo die Sonne nie scheint und Maulfwürfe deinen Weg kreuzen, um sich mit Regenwürmern eine gute Nacht zu wünschen.

(Und wir wissen beide, von wem genau jetzt die Rede ist. Ich muss nur „Buch“ und „Krankenhaus/Krücken“ erwähnen.)

Damals bekam das Bild, das ich von meiner besten Freundin hatte – das einer selbstbewussten, bewundernswerten jungen Frau – einen tiefen Riss. Einen, der sich im Laufe der Zeit extrem vertieft hat.

Der Riss rührte einfach daher, dass sie plötzlich ihre Freude daran entdeckte, mit den Männern zu spielen. Ich will nicht sagen, dass das unbedingt abgrundtief schlecht ist, aber ich fand einfach die Art und Weise dieses Spiels... abstoßend. Den Kerl anzumachen und dann fallen zu lassen ist ja noch irgendwie in Ordnung, aber in meinen Augen ging sie immer ein paar Schritte zu weit. Flirten – meinetwegen. Aber die Kerle wie Kletten am Arsch hängen zu haben oder sich von ihnen mit teuren Geschenken überhäufen zu lassen – Nein. Ich möchte sie damit nicht offen angreifen (und hoffe, dass du das verstehst), aber meine Meinung ist, dass diese Sache mit den Geschenken, obwohl man den Kerl gerade einmal ein paar Stunden kennt und/oder nicht einmal mit ihm zusammen ist, Prostitution gleich kommt.

Außerdem fand ich, dass sie die Sache immer viel zu leichtsinnig sah. Ich finde, wenn der Kerl dir irgendwelche Geschenke macht, kann er immer irgendwelche Forderungen ala „und jetzt tust du auch mal was für mich“ verlangen. Man muss sie nicht erfüllen, klar, aber man weiß nie, NIE, was in den Köpfen der meisten Waschlappen vorgeht, die sich an meine beste Freundin dranhängten. Wäre irgendeiner ausfallend geworden, hätte sie das Problem aufgrund ihres leichtsinnigen „ach was, das wird schon gut gehen“ am Hals gehabt.

Ich war nicht nur besorgt, sondern auch stinkwütend auf sie. Weil mein Bild zu bröckeln begann.

Und mit je mehr Kerlen sie zusammen war, desto stärker beschleicht mich das Gefühl, dass sie nicht allein sein kann.

Ich sage hier nichts, weil ich versprochen habe, zu schweigen und das auch tun werden, aber was mich massivst stört ist, dass sie weiterhin bei einem Kerl bleibt, der in meinen Augen in etwa so viel Wert ist wie ein Stück Scheiße. Beziehungsweise weniger.

Ich finde ihn potthässlich (jetzt ist es raus...) und er verhält sich ihr gegenüber unmöglich. Von allen ihren Freunden hasse ich ihn am meisten. Und ich habe mir fest vorgenommen, mich nie wieder von ihr weich klopfen zu lassen. Ich habe mich bisher fast immer dazu überwunden, doch noch einzuwilligen, ihre Freunde wenigstens einmal kennenzulernen, so nach dem Motto „Hand schütteln, freundlich (oder angesäuert) grinsen, ein kurzes 'Hallo' zum Besten geben und dann fluchtartig Schutz im nächstbesten Busch suchen“, aber ich hatte bei allen bisher ein ungutes Gefühl. Und jedes Mal hat es sich bewahrheitet. Hallo?! Das muss doch etwas bedeuten, wenn mein „Arschlochfreund-Radar“ sich mit einer solchen Zuverlässigkeit meldet. Und ich muss sagen – bei ihrem momentanen Freund hat er nicht nur geschrillt, nein, er hat gekreischt, als würde man ihn bei lebendigem Leibe mit einer Motorsäge in zwei Hälften teilen.

Was ich im Übrigen liebend gern mit Mr. „Aktueller-Arschloch-Freund“ tun würde.

Aber sie bleibt auch weiterhin bei ihm und macht sich (und uns) damit unglücklich. Ja, ich bin immer noch eifersüchtig, aber ich bin auch besorgt und wer sagt, dass Freunde nicht mitleiden? Zumindest mir tut es weh, mir das die ganze Zeit ansehen (wobei vor allem anhören) zu müssen. Und ich bin stinksauer, aber nicht nur auf ihren Freund, sondern auch auf sie. Liebe macht blind und diese Blindheit scheint bleibende Schäden hinterlassen zu haben, die ihr Urteilsvermögen eindeutig beeinträchtigt zu haben scheinen.

Wobei Punkt Nr. 3) hier wäre – bei so vielen Klogriffen meiner besten Freundin: wer kann mir da garantieren, dass ich nicht auch mal so ende? Ich weiß wie ich bin, wenn ich mich verknalle. Vollkommen anders. Ich bin jederzeit bereit, all meine Prinzipien über Bord zu werfen und alles, wirklich ALLES, für besagte Person zu tun und diese verliebte Blindheit zeigt auch meine beste Freundin an den Anfängen, wenn sie verliebt ist (wie gesagt, Schäden sind wohl noch da). Und ich will ganz entschieden nicht so sein. Nie. Ich habe keine Lust, mir mit rosaroter Brille jemanden zu angeln, der später, nachdem sein Jagdinstinkt mit mir als Eroberung gestillt ist, sein wahres, abstoßendes Gesicht zeigt und ich ihn trotzdem dümmlich verliebt angrinse und still leide, in der Hoffnung, er würde sich wieder ändern und auf der Suche nach dämlichen Erklärungen für sein andersartiges Verhalten wie „ach, er hat wohl Stress, „auch Männer haben ihre Tage“ und blablabla bin.

...

Wunderbar. Das da oben war zwar ein halber Seelenstriptease, aber nachdem ich mir das alles schriftlich vor Augen geführt habe, ist mein Hormonkarussell fürs Erste wieder beruhigt. Keine Emotionen (außer Wut, aber die verraucht schon irgendwann), kein „normal sein“, aber vor allem – kein Bedürfnis nach einem Kerl. Oder einer Frau, auch wenn die wohl die bessere Wahl wäre. Überhaupt kein Partner. Die nerven bloß und man muss ständig Kompromissse eingehen und blaaaaah~

Ich wünsche allen Pärchen, dass ihnen irgendwann die Scheuklappen abfallen, mitsamt der hässlichen, pinken Brille und sie einsehen, dass sie dumm waren und ihren Irrvorstellungen und Hormonen erlegen sind.


Ich hätte gerade so Lust, einen Kerl zu verprügeln. So richtig schön mitten in die Fresse, oh ja......

12.6.09 21:44
 


bisher 2 Kommentar(e)     TrackBack-URL


Lady Beckett (15.6.09 12:04)
Danke für den Arschtritt, Gori.
Ich bin dir deswegen wirklich nicht böse. Ich will mich jetzt auch nicht rechtfertigen - du hast ja in allen Punkten vollkommen Recht. Eigentlich will ich mich nur bei dir bedanken, dass du trotzdem noch mein Lieblingsanus sein willst, auch wenn ich mich momentan so scheiße daneben benehme.


Lady Beckett (24.7.09 23:43)
Schreib mal wieder was Lustiges, du Anus.^^

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